Montag, 21. juli 2008
Liebe Lesefreunde,
das heute war ein gebrauchter Tag! Irgend jemand wollte ihn nicht und spielte Schwarzer Peter mit mir. Frei nach dem Mptto: Da haste!
Super, klasse, vielen Dank! Ich musste heute auch nur dringend ein paar Seiten zu Ende formulieren - LÄRM undefinierbarer Lautstärke wird da immer gern genommen. Gleich früh morgens um halb sieben fiepten die Autos der Stadtreinigung ununterbrochen beim Rückwärtsfahren und es folgte natürlich das zerstörerische Trommeln, wenn die Tonnen Müll ihren Weg in den Bauch des riesigen Fahrzeugs nahmen. Wahrscheinlich ist das jeden Montag so und mein Ich scheint sich daran gewöhnt zu haben, denn normalerweise höre ich es nicht einmal; Ich könnte nicht mal sagen, in welchem Zyklus die Jungs die Tonnen im Hof leeren.
Aber heute wurde ich wach, weil direkt unter meinem Schlafzimmerfenster auch noch eine Baustelle eröffnet wurde. Hurra! Wir haben derzeit nur drei davon auf dem Kietz - da musste dringend Nachschub her. Alles kein Problem - nur bitte nicht mit dieser Geräuschbelästigung. Es ging also weiter. Ein nettes Gefährt, das gleichzeitig die Straße aufreißen und den Schutt per Förderband auf einen Laster transportieren kann, ratterte los, freundlicherweise mit einem piependen Abstandshalter zu jenem Lkw ausgestattet, der das Altpflastergestein auffing, so dass dieser nun - entgegen zum gleichmäßigen fiep-fiep-fiep der Stadtreinigung immer abwechselnd zweimal lang, einmal kurz - neben Knatter- Förder- und Poltergeräuschen - im 10 Sekunden Takt ein paar Meter vortangetrieben wurde.
Also stand ich auf und ging ins Büro. Wie sollte es anders sein, hämmerten auch hier die Motoren - nur die von einer anderen Baustelle. Und um es vorweg zunehmen: ich wohne nicht an der Autonbahn, nicht in einem Wohnbunkerviertel oder ähnlichem - NEIN! - in einem idylischen Stadtteil mit historischen Ortsbild, mit viel Fußgängerzone, viel Wasser und viel Schönem - außer der ewigen Bauerei!
Und oftmals stört es mich nicht, aber manchmal ist es wie heute - und heute war eben heute und heute war gebraucht! Denkt eigentlich gelegentlich mal jemand bei der Planung daran, dass es Menschen gibt, die Ruhe zur Arbeit brauchen? Scheinbar nicht.. oder sie denken sich, dass denen schon was einfallen wird! Sensationell! Einmal so Urlaub machen wie andere arbeiten.
Ich wollte auf'n Arm! Aber natürlich war kein Arm da - viel zu weit weg war jener Denkbare und so kam ich auch hier nicht wirklich weiter. Also beschloss ich, die Sachen zusammen zu packen und irgendwohin zu fahren, irgendwohin, wo ich Ruhe finden kann. Normalerweise gehe ich dann einfach hier in unseren Nahe gelegenen Park - aber diese Sommertage haben zuviel Regen - man kann sich nicht einfach mal irgendwo auf eine Bank platzieren und in aller Ruhe die Gedanken sortieren und loslegen. Man braucht ein Lokal, ein ruhiges Lokal... und und und... tausend dämliche "unds"- es war einfach alles DOOF!
Und wieder einmal bestätigte sichl: Wenn Du wirklich Hilfe brauchst, bist Du allein!
IMMER... IMMER IMMER... AM IMMERSTEN!
Am Schlimmsten war, dass ich nicht mal verstand, warum ich sooo genervt war - so total genervt - bis ich auf den Kalender sah, die Zahlungseingänge checkte und wieder mal kaum große Ereignisse zu vermelden waren. Wie immer zahlten die Kleinen später, die Mittleren pünktlich und die Großen gar nicht. Gute Basis. Und so wurde mir klar, der Lärm um mich herum war nur die Cocktailkirsche auf dem Sahnehäuchen - ich war genervt von der Gefangenschaft in diesem Hamsterrad, dem Käfig, aus dem es scheinbar keinen Fluchtplan gibt und in den Du immer, wenn Du denkst: JETZT! Jetzt hast Du es endlich geschafft und ruhigere Zeiten brechen an! zurück gezogen wirst - wie von Geisterhand... Du darfst überall hin, nur nicht auf die Zielgerade!
Und zur kompletten Bespaßung dreht sich nun das Rädchen etwas schneller und es laüft auch nicht rund, NEIN, das ist doch viel zu langweilig, es ist senkrecht oval. HA! Ist doch viel lustiger - dauert der Anlauf etwas länger, der Kraftaufwand ist nochmal größer und zur vollen Belustigung wird der Moment der Erholung umso kürzer! Klasse Idee... Nach oben Bergsteigen ohne Sicherung und hinunter Achterbahn ohne Gurt - und im Tal warten die lechzenden Bestien, damit Du auch gar nicht anders kannst, als gleich wieder an den Berg zu springen, um ihnen zu entkommen.
Ja, ja - ich weiß, ich neige dazu, bei bildlichen Beschreibungen ein wenig zu übertreiben, aber mir steht diese ganze Hetzerei und dieses oberflächliche Getue gelegentlich bis zum Anschlag! - und ich frage mich, wie die anderen das alle so ertragen? Tun sie ja nicht, weiß ich ja, aber es sieht immer so aus... und das raubt mir Mut und Kraft - an so Tagen wie heute - dann habe ich das Gefühl zu ertrinken und alle Welt reicht mir das Wasserr! Um mich herum ist nur Meer...und weit und breit kein Land in Sicht...
Kommst Du mein Prinz und rettest mich!? Guck, ich bin hier!...
SoS! wink-wink
So... gluck-gurgel
S... blubber...
.
.
.
.
.
Halb abgesoffen, bin ich nun wieder aufgetaucht - Feierabend!
Ich gehe jetzt noch 'ne kleine Runde Billard spielen und werde den Tag wenigstens nett beenden. Morgen scheint dann wieder die Sonne - denn auch ich gebe diesen Schwarzen-Peter-Tag Punkt Mitternacht wieder ab!
Hoffe sehr für Euch, dass er nicht bei Euch landet - aber wenn, dann macht es wie ich!
Denkt nicht ans Auswandern, sondern an Mitternacht! :o) Es kommen auch wieder bessere Tage. Manchmal braucht es einen Regentag, damit die Sonne wieder scheint!
Bis bald. Eure (heute sehr genervte) Mar-S.
das heute war ein gebrauchter Tag! Irgend jemand wollte ihn nicht und spielte Schwarzer Peter mit mir. Frei nach dem Mptto: Da haste!
Super, klasse, vielen Dank! Ich musste heute auch nur dringend ein paar Seiten zu Ende formulieren - LÄRM undefinierbarer Lautstärke wird da immer gern genommen. Gleich früh morgens um halb sieben fiepten die Autos der Stadtreinigung ununterbrochen beim Rückwärtsfahren und es folgte natürlich das zerstörerische Trommeln, wenn die Tonnen Müll ihren Weg in den Bauch des riesigen Fahrzeugs nahmen. Wahrscheinlich ist das jeden Montag so und mein Ich scheint sich daran gewöhnt zu haben, denn normalerweise höre ich es nicht einmal; Ich könnte nicht mal sagen, in welchem Zyklus die Jungs die Tonnen im Hof leeren.
Aber heute wurde ich wach, weil direkt unter meinem Schlafzimmerfenster auch noch eine Baustelle eröffnet wurde. Hurra! Wir haben derzeit nur drei davon auf dem Kietz - da musste dringend Nachschub her. Alles kein Problem - nur bitte nicht mit dieser Geräuschbelästigung. Es ging also weiter. Ein nettes Gefährt, das gleichzeitig die Straße aufreißen und den Schutt per Förderband auf einen Laster transportieren kann, ratterte los, freundlicherweise mit einem piependen Abstandshalter zu jenem Lkw ausgestattet, der das Altpflastergestein auffing, so dass dieser nun - entgegen zum gleichmäßigen fiep-fiep-fiep der Stadtreinigung immer abwechselnd zweimal lang, einmal kurz - neben Knatter- Förder- und Poltergeräuschen - im 10 Sekunden Takt ein paar Meter vortangetrieben wurde.
Also stand ich auf und ging ins Büro. Wie sollte es anders sein, hämmerten auch hier die Motoren - nur die von einer anderen Baustelle. Und um es vorweg zunehmen: ich wohne nicht an der Autonbahn, nicht in einem Wohnbunkerviertel oder ähnlichem - NEIN! - in einem idylischen Stadtteil mit historischen Ortsbild, mit viel Fußgängerzone, viel Wasser und viel Schönem - außer der ewigen Bauerei!
Und oftmals stört es mich nicht, aber manchmal ist es wie heute - und heute war eben heute und heute war gebraucht! Denkt eigentlich gelegentlich mal jemand bei der Planung daran, dass es Menschen gibt, die Ruhe zur Arbeit brauchen? Scheinbar nicht.. oder sie denken sich, dass denen schon was einfallen wird! Sensationell! Einmal so Urlaub machen wie andere arbeiten.
Ich wollte auf'n Arm! Aber natürlich war kein Arm da - viel zu weit weg war jener Denkbare und so kam ich auch hier nicht wirklich weiter. Also beschloss ich, die Sachen zusammen zu packen und irgendwohin zu fahren, irgendwohin, wo ich Ruhe finden kann. Normalerweise gehe ich dann einfach hier in unseren Nahe gelegenen Park - aber diese Sommertage haben zuviel Regen - man kann sich nicht einfach mal irgendwo auf eine Bank platzieren und in aller Ruhe die Gedanken sortieren und loslegen. Man braucht ein Lokal, ein ruhiges Lokal... und und und... tausend dämliche "unds"- es war einfach alles DOOF!
Und wieder einmal bestätigte sichl: Wenn Du wirklich Hilfe brauchst, bist Du allein!
IMMER... IMMER IMMER... AM IMMERSTEN!
Am Schlimmsten war, dass ich nicht mal verstand, warum ich sooo genervt war - so total genervt - bis ich auf den Kalender sah, die Zahlungseingänge checkte und wieder mal kaum große Ereignisse zu vermelden waren. Wie immer zahlten die Kleinen später, die Mittleren pünktlich und die Großen gar nicht. Gute Basis. Und so wurde mir klar, der Lärm um mich herum war nur die Cocktailkirsche auf dem Sahnehäuchen - ich war genervt von der Gefangenschaft in diesem Hamsterrad, dem Käfig, aus dem es scheinbar keinen Fluchtplan gibt und in den Du immer, wenn Du denkst: JETZT! Jetzt hast Du es endlich geschafft und ruhigere Zeiten brechen an! zurück gezogen wirst - wie von Geisterhand... Du darfst überall hin, nur nicht auf die Zielgerade!
Und zur kompletten Bespaßung dreht sich nun das Rädchen etwas schneller und es laüft auch nicht rund, NEIN, das ist doch viel zu langweilig, es ist senkrecht oval. HA! Ist doch viel lustiger - dauert der Anlauf etwas länger, der Kraftaufwand ist nochmal größer und zur vollen Belustigung wird der Moment der Erholung umso kürzer! Klasse Idee... Nach oben Bergsteigen ohne Sicherung und hinunter Achterbahn ohne Gurt - und im Tal warten die lechzenden Bestien, damit Du auch gar nicht anders kannst, als gleich wieder an den Berg zu springen, um ihnen zu entkommen.
Ja, ja - ich weiß, ich neige dazu, bei bildlichen Beschreibungen ein wenig zu übertreiben, aber mir steht diese ganze Hetzerei und dieses oberflächliche Getue gelegentlich bis zum Anschlag! - und ich frage mich, wie die anderen das alle so ertragen? Tun sie ja nicht, weiß ich ja, aber es sieht immer so aus... und das raubt mir Mut und Kraft - an so Tagen wie heute - dann habe ich das Gefühl zu ertrinken und alle Welt reicht mir das Wasserr! Um mich herum ist nur Meer...und weit und breit kein Land in Sicht...
Kommst Du mein Prinz und rettest mich!? Guck, ich bin hier!...
SoS! wink-wink
So... gluck-gurgel
S... blubber...
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Halb abgesoffen, bin ich nun wieder aufgetaucht - Feierabend!
Ich gehe jetzt noch 'ne kleine Runde Billard spielen und werde den Tag wenigstens nett beenden. Morgen scheint dann wieder die Sonne - denn auch ich gebe diesen Schwarzen-Peter-Tag Punkt Mitternacht wieder ab!
Hoffe sehr für Euch, dass er nicht bei Euch landet - aber wenn, dann macht es wie ich!
Denkt nicht ans Auswandern, sondern an Mitternacht! :o) Es kommen auch wieder bessere Tage. Manchmal braucht es einen Regentag, damit die Sonne wieder scheint!
Bis bald. Eure (heute sehr genervte) Mar-S.
von Martha Sommerfeld
veröffentlicht in:
Alltägliches
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