Montag, 21. juli 2008
Liebe Lesefreunde,

das heute war ein gebrauchter Tag! Irgend jemand wollte ihn nicht und spielte Schwarzer Peter mit mir. Frei nach dem Mptto: Da haste!
Super, klasse, vielen Dank! Ich musste heute auch nur dringend ein paar Seiten zu Ende formulieren - LÄRM undefinierbarer Lautstärke wird da immer gern genommen. Gleich früh morgens um halb sieben fiepten die Autos der Stadtreinigung ununterbrochen beim Rückwärtsfahren und es folgte natürlich das zerstörerische Trommeln, wenn die Tonnen Müll ihren Weg in den Bauch des riesigen Fahrzeugs nahmen. Wahrscheinlich ist das jeden Montag so und mein Ich scheint sich daran gewöhnt zu haben, denn normalerweise höre ich es nicht einmal; Ich könnte nicht mal sagen, in welchem Zyklus die Jungs die Tonnen im Hof leeren.
Aber heute wurde ich wach, weil direkt unter meinem Schlafzimmerfenster auch noch eine Baustelle eröffnet wurde. Hurra! Wir haben derzeit nur drei davon auf dem Kietz - da musste dringend Nachschub her.  Alles kein Problem - nur bitte nicht mit dieser Geräuschbelästigung. Es ging also weiter. Ein nettes Gefährt, das gleichzeitig die Straße aufreißen und den Schutt per Förderband auf einen Laster transportieren kann, ratterte los, freundlicherweise mit einem piependen Abstandshalter zu jenem Lkw ausgestattet, der das Altpflastergestein auffing, so dass dieser nun - entgegen zum gleichmäßigen fiep-fiep-fiep der Stadtreinigung immer abwechselnd zweimal lang, einmal kurz - neben Knatter- Förder- und Poltergeräuschen - im 10 Sekunden Takt ein paar Meter vortangetrieben wurde.
Also stand ich auf und ging ins Büro. Wie sollte es anders sein, hämmerten auch hier die Motoren - nur die von einer anderen Baustelle. Und um es vorweg zunehmen: ich wohne nicht an der Autonbahn, nicht in einem Wohnbunkerviertel oder ähnlichem - NEIN! - in einem idylischen Stadtteil mit historischen Ortsbild, mit viel Fußgängerzone, viel Wasser und viel Schönem - außer der ewigen Bauerei!

Und oftmals stört es mich nicht, aber manchmal ist es wie heute - und heute war eben heute und heute war gebraucht! Denkt eigentlich gelegentlich mal jemand bei der Planung daran, dass es Menschen gibt, die Ruhe zur Arbeit brauchen? Scheinbar nicht.. oder sie denken sich, dass denen schon was einfallen wird! Sensationell! Einmal so Urlaub machen wie andere arbeiten.

Ich wollte auf'n Arm! Aber natürlich war kein Arm da - viel zu weit weg war jener Denkbare und so kam ich auch hier nicht wirklich weiter. Also beschloss ich, die Sachen zusammen zu packen und irgendwohin zu fahren, irgendwohin, wo ich Ruhe finden kann. Normalerweise gehe ich dann einfach hier in unseren Nahe gelegenen Park - aber diese Sommertage haben zuviel Regen - man kann sich nicht einfach mal irgendwo auf eine Bank platzieren und in aller Ruhe die Gedanken sortieren und loslegen. Man braucht ein Lokal, ein ruhiges Lokal... und und und... tausend dämliche "unds"- es war einfach alles DOOF!

Und wieder einmal bestätigte sichl: Wenn Du wirklich Hilfe brauchst, bist Du allein!
IMMER... IMMER IMMER... AM IMMERSTEN!

Am Schlimmsten war, dass ich nicht mal verstand, warum ich sooo genervt war - so total genervt - bis ich auf den Kalender sah, die Zahlungseingänge checkte und wieder mal kaum große Ereignisse zu vermelden waren. Wie immer zahlten die Kleinen später, die Mittleren pünktlich und die Großen gar nicht. Gute Basis. Und so wurde mir klar, der Lärm um mich herum war nur die Cocktailkirsche auf dem Sahnehäuchen - ich war genervt von der Gefangenschaft in diesem Hamsterrad, dem Käfig, aus dem es scheinbar keinen Fluchtplan gibt und in den Du immer, wenn Du denkst: JETZT! Jetzt hast Du es endlich geschafft und ruhigere Zeiten brechen an! zurück gezogen wirst - wie von Geisterhand... Du darfst überall hin, nur nicht auf die Zielgerade!
Und zur kompletten Bespaßung dreht sich nun das Rädchen etwas schneller und es laüft auch nicht rund, NEIN, das ist doch viel zu langweilig, es ist senkrecht oval. HA! Ist doch viel lustiger - dauert der Anlauf etwas länger, der Kraftaufwand ist nochmal größer und zur vollen Belustigung wird der Moment der Erholung umso kürzer! Klasse Idee... Nach oben Bergsteigen ohne Sicherung und hinunter Achterbahn ohne Gurt - und im Tal warten die lechzenden Bestien, damit Du auch gar nicht anders kannst, als gleich wieder an den Berg zu springen, um ihnen zu entkommen.

Ja, ja - ich weiß, ich neige dazu, bei bildlichen Beschreibungen ein wenig zu übertreiben, aber mir steht diese ganze Hetzerei und dieses oberflächliche Getue gelegentlich bis zum Anschlag! - und ich frage mich, wie die anderen das alle so ertragen? Tun sie ja nicht, weiß ich ja, aber es sieht immer so aus... und das raubt mir Mut und Kraft - an so Tagen wie heute - dann habe ich das Gefühl zu ertrinken und alle Welt reicht mir das Wasserr! Um mich herum ist nur Meer...und weit und breit kein Land in Sicht...
Kommst Du mein Prinz und rettest mich!? Guck, ich bin hier!...
SoS!  wink-wink
So...  gluck-gurgel
S...    blubber...
.
.
.
.
.
Halb abgesoffen, bin ich nun wieder aufgetaucht - Feierabend!
Ich gehe jetzt noch 'ne kleine Runde Billard spielen und werde den Tag wenigstens nett beenden. Morgen scheint dann wieder die Sonne - denn auch ich gebe diesen Schwarzen-Peter-Tag Punkt Mitternacht wieder ab!


Hoffe sehr für Euch, dass er nicht bei Euch landet - aber wenn, dann macht es wie ich!
Denkt nicht ans Auswandern, sondern an Mitternacht! :o) Es kommen auch wieder bessere Tage. Manchmal braucht es einen Regentag, damit die Sonne wieder scheint!

Bis bald. Eure (heute sehr genervte) Mar-S.




von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    Trackback erstellen empfehlen
Montag, 7. juli 2008
...war es Samstag - Samstag der 07.07.07 - und nachdem wir gut ausgeschlafen hatten - meine Freundin und ich - rüsteten wir uns für das abendliche Ausgehen - denn wir fuhren nach "LWL" (Lichtwellenleiter :o) oder - besser - Ludwigslust), um uns von Udo Jürgens musikalisch verführen zu lassen.
Unter dem Motto "Ein Mann und sein Klavier" stand die Tournee und es war
das einzige Konzert im Norden unseres Landes. Aus allen Richtungen kamen sie angeströmt - jung wie alt! 1000 Sitzplätze waren avisiert und sie standen hübsch aufgereiht um eine kleine Bühne -
genau vorm Schloß; nicht kitschig - idyllisch!

Begleitet von einigen heftigen Regenschauern kamen wir in dem kleinen, mecklenburgischen Örtchen an. Parkplätze gab es noch genug - im Gegensatz zu Restaurants. Denn hier hätte man in den "besseren" Häusern vorher reservieren müssen. Aber nach ein wenig Hin- und Herlaufens fand sich eine kleine Pizzeria und die genügte uns vollkommen. Auf dem Weg zum Schloßgarten streiften wir ein Hotel, in dessen Vorgarten eine Bar und Bistrotische aufgebaut waren und aus dessen Lautsprechern bereits zur Einstimmung Udo-Jürgens-Lieder liefen. Auch wir gesellten uns dorthin und tranken lieber jetzt einen Prosecco, wissend, dass wir ja nachts noch zurückfahren mußten. Irgendwann begann der Einlass und wir zirkelten uns durch die Wachmannschaft und lokalisierten unsere Plätze; Schöne Plätze!


Punkt acht Uhr eröffnete der Monsieur Grand der deutschsprachigen Musik seine Bühne und lustwandelte fortan auf den Tasten... dass es sein Publikum begeisterte.. sie ihn feierten... und er feierte mit. Der Wettergott stand uns allen bei und der Wind trug die dunklen Wolken davon. Nach einer kleinen Pause erwischte mich der Entertainer mit Danke für Dein Nein und ich heulte, weil ich plötzlich - fernab der gewohnten Kulissen - ungeplant Abschied nahm von (m)einer großen Liebe, alten Zielen, einfach Allem. Bilder rutschten durch meinen Kopf und puzzelten sich aneinander zu einem wunderschönen Gemälde, indem jeder Pinselstrich zu den gesungenen Worten passte. DANKE!, schluchzte ich auf meinem Hockerchen sitzend und am Taschentuch zupfend. Meine arme Freundin war ein wenig überrascht ob dieses offenkundigen Gefühlsausbruchs - ich übrigens auch! Doch wenig später war es überstanden und schon wippten wir mit den Massen zu einem Medley nach dem anderen - und als seine Töne gegen elf Uhr endgültig verstummten, 1000de Blumen ihren Weg auf des Meisters Bühne gefunden hatten - dann, wenn es heißt, Abschied zu nehmen - begann am Firmament ein prachtvolles Feuerwerk - ein Dankeschön des Gastgebers an seine Fans. Minutenlang starrten wir in den Himmel, um nun - endgültig Glücktrunken - den Heimweg anzutreten...

In einem Interview sagte Udo Jügens: „Ich fühle eine unbändige Sehnsucht nach den Dingen, die man gefühlsmässig sein möchte... Diese Sehnsucht ist unstillbar und diesen Weg gehe ich weiter. Darin finde ich mein wackliges Glück...Der kreative Schub kommt am ehesten, wenn ich unterwegs bin. Bei mir löst die Veränderung der Umgebung Erdrutsche des Denkens aus. Ich schiebe meine Kreativität durch die Anteilnahme am Leben an.“

Heute morgen griff ich in gewohnter Manie zur Wochenplanung. Das Datum sprang mich förmlich an und ich gönnte mir eine zweite Tasse Kaffee, um mir die Erinnerungen an diesen wunderschönen Abend zurückzuholen.
Mittlerweile kann man in Hamburg ausserhalb seiner Tourneen in dem Musical Ich war noch niemals in New York ein Stück erleben, in dem seine Lieder den Background gestalten. Es ist sicherlich nicht dasselbe, wie ein Live-Konzert mitzuerleben (was übrigens kein Fan oder Sympathisant versäumen sollte), aber die Erfahrung, Erkenntnis oder einfach: die Lebensphilosophie, die in allen Liedern immer mitschwingt - dieser Cocktail puren Lebens -spricht tief die eigenen Gefühle an und ist einfach unvergesslich!

Eine schöne Woche wünscht allen, die bis hierher kamen,
Martha Sommerfeld

---   ---   ---   ---   ---  ---
Danke für Dein Nein -

Denn damals, als ich Dich verlor,
da sah ich es nicht ein.
Ich war mir sicher, dass ich sterbe,
dass ich nie mehr lachen werde,
wenn ich Dich verlier.
Du sagtest, ich passe nicht zu Dir;
Wie Recht Du hattest!

Heut würd' ich bereu'n
,
wofür ich damals alles gab;
Ich dank Dir für Dein Nein.
Die Musik hielt mich am Leben
und der Stolz, nicht aufzugeben.
Heimlich dachte ich:
Es tut Dir bald schon leid um mich.

Hättest Du mich nicht verlassen
wär ich heut' bestimmt ein andrer Mann.
Ich würd' nur wissen, was ich tun muss
und nie probieren, was ich kann.
Doch nun trink ich jede Stunde Leben
wie frischen wilden Wein
Danke für Dein Nein.

Danke für Dein Nein.
Du hast zuerst gespürt - die Welt von Dir
war mir zu klein.
Und auch der Job bei deinem Vater
als Versicherungsberater
war wohl nichts für mich.
Ich wollt' mich zwingen nur für Dich.

Hättest Du mich nicht verlassen
wäre ich bestimmt noch heut bei Dir
und dieses Leben, das ich führe
wär' nur ein oft geträumter Traum von mir.
Doch so trink ich jede Stunde Leben
wie frischen wilden Wein
Danke für Dein Nein.

Schön, dass Du glücklich bist!
Ich denk, wenn ich Dich seh:
Gut, dass es so gekommen ist.
Die Erinn'rung tut nicht mehr weh.

Hättest Du mich nicht verlassen
wär ich heut bestimmt ein and'rer Mann.
Ich würd' nur wissen, was ich tun muss
und nie probieren, was ich kann.
Und so trink ich jede Stunde Leben
wie frischen wilden Wein
Danke für Dein Nein.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches Community: Kultur-Schock
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    Trackback erstellen empfehlen
Donnerstag, 3. juli 2008
Liebe Freunde,

von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    Trackback erstellen empfehlen
Freitag, 6. juni 2008
Den Meister unterscheidet vom Anfänger
nicht das Ideenpotential, sondern die Erfahrung!

Hierzu am Weekend einige Gedanken...
Einstweilen einen guten Start ins Wochenende,

bis bald, Mar-S.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    Trackback erstellen empfehlen
Dienstag, 27. mai 2008
Grundbedeutung: Um zu wissen, muss man sehen.

Die Eule ist ein Geschöpf der Nacht und wurde symbolisch mit Weisheit assoziiert, weil sie sehen kann, was andere nicht sehen können. Sie ist der einzige Vogel, der völlig lautlos fliegt. Die Eule steht symbolisch für Scharfblick und Urteilsvermögen und für die Notwendigkeit, sich vor Täuschung zu hüten.

Als Krafttier ermuntert uns die Eule zur Entwicklung unserer intuitiven Fähigkeiten und inneren Sinne und zur Suche nach einem Wissen, das den meisten Menschen verborgen bleibt. Sie ist eine Beschützerin und hilft uns, die Motive und Absichten anderer schneller zu erkennen, vor allem die jener Menschen, die uns zu betrügen oder irgendwie zu übervorteilen suchen.

Auch verhilft sie uns zur Erkenntnis, daß es in unserem Wesen eine dunkle Seite gibt, die wir nicht ignorieren oder unterdrücken sollten. Wir müssen die Existenz dieser Seite erkennen, um mit ihr umgehen zu können.

 


von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (1)    Trackback erstellen empfehlen
Samstag, 10. mai 2008
Die Dankbarkeit soll ein der schwersten Tugenden sein;
eine noch schwerere möchte es sein,
den Anspruch auf Dank nicht zu übertreiben!



Wow!
Wie, so frage ich mich, definiert man denn übertriebenen Anspruch auf ein Danke und wer legt diesen Anspruch fest!? Oder geht es in dem Zitat gar nicht um das DANKE, sondern um die egozentrische Bumfiedelei?
"Vielen Dank Frau Meier, dass sie die Post geholt haben!", ist zuviel - sollte sie es erwarten - wenn sie Sekretärin ist. "Vielen Dank Frau Meier, dass sie die Post geholt haben!", ist wohl angemessen - sowohl in der Erwartung als auch im Tun - wenn sie Nachbarin ist und während des Urlaubs nach dem rechten sah.

Liebe Lesefreunde,

ich gebe es gern zu, ich bin urlaubsreif und sicherlich ein bißchen sensibel dieser Tage, aber irgendetwas stimmt nicht mehr, irgendwie ist das Gleichgewicht im zwischenmenschlichen Bereich, das Verständnis füreinander aus den Fugen geraten,

Was ist nur los? Vor einigen Tagen beschäftigte mich diese Frage sehr, denn es ging noch einmal um das Thema: Ehe, Treue, natürlich, der Anlass war der 40te Hochzeitstag meiner Eltern - 40 Jahre, hieß es, das geht heute nicht mehr, naja,ist  eher selten... und ich fragte: Aber wieso?
Bin ich bockig, stur, dumm, wenn ich daran glauben will oder besser Hochachtung davor habe, dass es das noch gibt und meine Ansprüche an eine  Partnerschaft an solchen Dingen messe? Ist es wirklich illusorisch zu glauben, dass ein "gemeinsames Leben" den Alltag nicht mehr überdauern kann? Natürlich frage ich mich, ob ich vielleicht nicht mehr richtig ticke, ob ich vielleicht zu hohe Ansprüche an meine Umwelt habe, wenn ich sage: "Ich teile gern meine Zeit mit Dir, aber ich teile sie auch gern mit anderen. Jedoch lieben kann ich nur Einen und mit ihm teile ich nicht nur Zeit, mit ihm verbindet mich das Wissen.. Wir teilen immer unsere Zeit, auch wenn wir uns nicht sehen, nicht zusammen sind. Er ist immer da, egal wo er ist!"
"Nein, das wäre mir nichts. Ich möchte schon, dass man auch gewisse Dinge teilt, abspricht."
"Ja," antwortete ich, "das ist ja auch okay, aber das doch nicht 24 Stunden am Tag. Was willst Du denn abends, morgens - wann immer -. erzählen, wenn Du nach Hause kommst? Was hast Du denn davon, wenn er entgegen seinem Willen mit zum Kaffee zu Deinen Eltern kommt und sich die ganze Zeit unwohl fühlt? Wäre es nicht besser, Du hättest nicht darauf bestanden, sondern aktzeptiert, dass Du auch manches nicht willst?"

Und das war aus meiner Sicht nur ein Aspekt. Denn mal weiter gedacht: Wie will ich jemandem vertrauen, wie kann ich ihm glauben, dass er glücklich mit mir ist, wenn ich es womöglich selbst nicht bin (wenn auch zunächst unbemerkt), weil ich ständig meinen Zeitplan nach seinem richte, weil ich mich unterordne und womöglich Dinge, die mir wichtig sind, nachrangig behandle, um gemeinsamen Beschäftigungen Vorrang zu geben... Vollkommen okay, dass man Dinge gemeinsam tut - doch aber nicht ausschließlich!?"
"Nee, das sehe ich anders."
"Wieso NEIN", frage ich bestimmt. "Du kannst doch nicht Nein zu dem sagen, was meine Gefühle, meine Ansichten betrifft. Du kannst doch nicht argumentieren, dass nur, weil vielleicht sehr viele Menschen lieber mit Kompromissen in einer Partnerschaft leben als - so wie ich - allein, dass es deshalb asschließlich so geht. Denn die vielen Trennungen, die oftmals sofort in neue Partnerschaften aufgehen, die sich wieder trennen, und und und... sind doch ein Zeichen dafür, dass das auch nicht gesund ist!?"
"Nee, so kannste das nicht sehen. Es ist eben ein Makel unserer schnelllebigen Zeit. Ich wünsche mir ja auch jemanden, bei dem ich sagen kann: für immer! Aber dann muss man eben zu Kompromissen bereit sein. Das geht nicht ohne."
Okay, das kann ich akzepteren, was mein Gesprächspartner aber nicht mehr erfährt, denn sofort wird nachgesetzt: "Dann mußt Du Dich auch nicht wundern, dass Du alleine bist, wenn Du stur auf Deiner Meinung berharrst."

ICH? Ich will gerade diskutieren, überhaupt nicht stur sein, nur ein bißchen provozieren. Ist das zuviel? Es ist mein Hobby, Leute zu studieren, zu beobachten, Wertigkeiten zu analysieren. Ich will nicht, dass meine Meinung richtig ist und ich empfinde es nicht ausschließlich von ihrer, Ich will reden, will neue Wege betreten, Antworten finden, Lösungen suchen - ich will das Gespräch, den Disput um eine Sache, nicht um ums. Doch ich komme nicht mehr dazu, das zu sagen, denn mir - ja mir! - fehlen die Worte!
Ich fühle mich leer und enttäuscht, meines Spaßes beraubt in meiner Freizeit... Denn das Gespräch verebbte und wir saßen einfach nur noch beisammen und plauderten über Belangloses. Ich saß da und schaute in die bunte Menschenmenge und versuchte in ihren Gesichtern zu lesen, ob sie wohl glücklich sind: sie, die Männer und Frauen, die jungen und alten, die Mollis und Pollis, die Pauls und Paulas um mich herum!? Sie alle redeten, doch was sie sprachen, erreichte mich nicht, sie lachten, doch es belustigte mich nicht; es war, als ob ich in einer Glocke ins Meer gelassen wurde und zwar die Bilder wahrnahm, die Farben, das Getue, das Treiben, aber dennoch würde ich nicht gleichzeitig Teil des Schwarms sein, nur weil ich ihrer Mitte hing. Nein, ich kam mir viel mehr vor wie ein Hecht, der lauernd hinter einem Stein saß und nur darauf wartete, dass sich ein Fisch aus der Menge zu ihm verirrte. Nur ich war kein Hecht! Was immer ich war, ich war allein!
Also stand ich auf und wollte zahlen, als plötzlich eine warme Hand auf meiner Schulter parkte: "Mensch Martha, was ist denn los. Du warst ja lange nicht mehr hier." Es war Hugo und Hugo ist ein attraktiver Mann mittleren Alters, immer in Gönnerlaune und gern der Hahn im Korb. Seine (zweite oder dritte Ehe-) Frau Hanna, schwer eifersüchtig, aber immer bemüht, es gut zu kaschieren, kam ziemlich schnell zu uns gelaufen, denn tatsächlich hatte ich mich trotz Bezahlens noch von ihm zu einem Absacker überreden lassen.
Und wieder fing es an, in mir zu arbeiten: Kontrolle und Überwachung via Freiraum und lange Leine...
Hmm liebe Freunde, ich komme zu keinem Ergebnis und denke noch immer, das das Geheimnis des Glücks im Mittel liegt, darin, nicht zu viel zu erwarten und vor Allem nicht, dass der andere sich vollkommen in unsere Welt integriert - denn wollten wir das? Vollkommen? Immer und überall? Keine Lücke, die bleibt, die wir unsere "Geheimschatulle" nennen können? Die uns diesen gewissen Glanz in den Augen verleiht, wenn wir daran denken und die es ermöglicht, dass der Partner auch nach vielen Jahren noch etwas Neues an uns entdecken kann? Erinnert ihr euch, was ich über die "Jäger" schrieb?... Ja, das Thema "Partnerschaft" dürfte eines der ältesten, schwierigsten und langwierigsten Problemfelder der Menschen sein. Und es gibt kein Handbuch. Dann - und das ist ziemlich sicher - hätte es längst einen klugen Kopf gegeben, der diese Eingebung in Worte gekleidet und unter den Völkern verteilt hätte. Nein, jeder muss versuchen, nach seiner Fasson glücklich zu werden und wem es genügt, sich anzupassen, sich unterzuordnen, nur um nicht allein zu sein und das als Glück empfindet, der - bitte - möge dies tun. Aber er lasse mir meine Vorstellung von einer erfüllten Beziehung.

Wieso mich das heutige Zitat zu diesen Gedanken verleitete?
Nun: "... den Anspruch auf Dank nicht zu übertreiben." war der Ausöser.

..nämlich, wenn uns das gelingt, gerade in Bezug auf die Entscheidungen unserer Mitmenschen, wenn wir sie einfach lassen, wie sie sind und nur dann unseren Rat geben, wenn sie danach fragen, wenn wir akzeptieren, dass sie Teil unseres Lebens sind, weil wir sie für etwas mögen, dass uns verbindet, dann können wir im Stillen danken, dass es sie/ihn gibt, aber wir sollten nicht erwarten - und der "Anspruch auf Dank" drückt eine Erwartungshaltung aus - dass wir alle und ausschließlich einer Meinung sind.

Wie sagte schon Einstein: "Ein Abend, an dem alle einer Meinung sind, ist ein verlorener Abend."


Ich wünsche Euch nun ein frohes und erholsames Pfingstfest.
Genießt die warme Sonne und lasst Euch zu einem Spaziergang verführen.. oder zu einem Sonnenbad,
oder zu Beidem :o)

Macht's gut, Eure Martha
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (1)    Trackback erstellen empfehlen
Donnerstag, 24. april 2008
Herr, gib mir die Gelassenheit
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut,
 Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und gib mit die Weisheit,
das Eine vom Anderen zu unterscheiden!


Vor knapp 15 Jahren wurde mein Vater schwer krank. Es wäre falsch zu sagen: "Es begann eine schwere Zeit", denn auch die Zeit davor war nicht die Leichteste. Besser passt: "Es begann eine andere Zeit, etwas Neues." Denn er überwand zuerst seinen Groll gegen all die Ungerechrigkeiten seines Lebens und legte sie ab, wie man einen Schal ablegt, um Kraft zu haben, sich gegen die Krankheit zu wehren. Sein Lebenswille entfachte stärker denn je und er gewann!
Es ist unvorstellbar, was gewesen wäre, wenn... Aber ich habe von ihm gelernt, dass das, was hinter uns liegt und in Erinnerung bleibt, nur dazu da ist, um die Hürden zu sehen, die man im Leben bereits gemeistert hat und nicht, um Angst davor zu haben, was alles passieren hätte können, noch geschehen könnte.
Das Leben ist zum Leben da - sonst hieße es Vernunft.
Die Ausgewogenheit ist das Rezept: Lebe - Liebe - Lerne - Lasse!

Am Wochenende feiern meine Eltern ihren 40. Hochzeitstag. Richtig, es ist kein "bekanntes Jubiläum" - wie  zum Beispiel die Silbere oder Goldene Hochzeit - aber für sie ist es etwas Besonderes und sie sagen (und das zurecht): "Wer weiß schon, was in 10 Jahren sein wird und ob wir es erleben. Alle Welt feiert doch tausende Jubiläen. Für uns ist etwas Besonderes, denn diese Zeit gemeinsam zu überstehen und immer zu sagen, dass man glücklich ist, ist doch ein guter Grund, zu feiern, oder nicht?..."

Ich selbst verfüge wahrlich nicht über diese Beständigkeit. Aber es freut mich immer wieder und gibt mir Kraft und schenkt mir Hoffnung, dass es auch in unserem hektsichen Alltag möglich ist, eine dauerhafte Partnerschaft zu leben; Möglich dann, wenn die Priortäten des Lebens klar sind, wenn man über eine Sache und nicht über sich streitet... wenn man unbewusst alles tut, um den anderen nicht zu verlieren und dennoch seine Weg geht, seine Ziele im Auge behält. Das ist Liebe und das Geheimnis ... so glaube ich!


Wir fahren nun am Wochenende nach Paris - in die Stadt der Liebe!
... und feiern einen runden Hochzeitstag - 40 Jahre: ...une histoire d'amour!


Liebe Grüße,
Eure Martha


von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (2)    Trackback erstellen empfehlen
Donnerstag, 17. april 2008
Ging es nach mir, sollten wir
viel mehr aufeinander schauen
Wofür es alles zu geben lohnt,
ist ein großer Traum
Ein einziger freundlicher Blick
macht manchmal wieder alles gut
Ein guter Freund, neuen Mut ...

Denkst du denn da genauso?
In etwa so wie ich?
Geht's dir da genauso?
Wie geht's dir eigentlich?

Ging es nach mir, sollten wir
wieder öfter in den Himmel schauen.
Denn manchmal fehlt es uns schon sehr
an Gelassenheit, an Vertrauen.
Die kleinen Dinge machen es schön,
Auch wenn sie schnell vergehen;
Es ist gut Menschen lachen zu sehen!


II: Denkst du denn da genauso?
In etwa so wie ich?
Geht's dir da genauso?
Wie geht's dir eigentlich? :II
 
Sag, ...wie geht's dir eigentlich!?


So lang ich mich erinnern kann,
Fängt das Wünschen
immer wieder von vorne an!...

II: Denkst du denn da genauso?
In etwa so wie ich?
Geht's dir da genauso?
Wie geht's dir eigentlich? :II
 
Sag, ...wie geht's dir eigentlich!?



gesungen von: Sportfreunde Stiller/ Siehst Du das genauso?
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    Trackback erstellen empfehlen
Donnerstag, 10. april 2008
Liebe Lesefreunde,

hier bei uns im Viertel gibt's ein kleines Lokal, in das ich mich hin und wieder verlaufe, wenn ich auf andere Gedanken kommen will, wenn der Alltag mal wieder alle Regler nach links legt oder sich die unerfreulichen Nachrichten nicht mehr im Gleichgewicht befinden mit den Schönen oder aber - so wie vor ein paar Tagen - wenn ich einfach nur mal wieder raus muss. Das Besondere an dem Laden ist, dass dort gespielt wird - stinknormale Gesellschaftsspiele - so wie ich es von ganz ganz früher kenne, wenn ich nach dem Fussball mit meinem Opa im Vereinshaus landete.

Für mich besteht der Zauber in der Erinnerung. Wenn ich dann da stehe und die Würfel klappern im Becher und alle drumherum sind gespannt auf das Ergebnis, dann höre ich im tiefen Innern meinen Opa sagen "Paßt auf, sie macht jetzt 'ne eins!"... und schwupps, die Eins fällt und so geht Runde um Runde ins Land; jeder gewinnt mal - Abseits gibts nicht - keine Verlierer... und die Zeit verfliegt wie im Nu. Das Spielen ist so kurzweilig, dass kein Moment bleibt, um Trübsal zu blasen oder gar Probleme zu denken. Für die Zeit des Spielens scheinen alle Sorgen vergessen, es gibt nichts Wichtigeres: nur 3 mal 1.

Doch auch solch ein Abend endet irgendwann (meistens erst in den  frühen Morgenstunden) und man bekommt nur eine kleine Mütze Schlaf. Doch das tut nichts zur Sache. Morgens, die Waschstraße ist durchlaufen und der Kaffee zeigt erste Wirkung, rettet die Magie der Würfel über die ersten Stunden - der Zauber hält weiter an. Denn noch immer sind die Probleme und Sorgen dieselben wie am Abend zuvor, nur die Würfel, damit umzugehen und nicht dem Druck zu erliegen, fallen heute anders! "Lass gut sein", sagen wir stattdessen zu unseren Treibern und gehen entspannt ans Werk. "Ich tue was ich kann - mehr geht leider nicht!"

Zum Geburtstag bekam ich von Freunden einen "Glücksengel" geschenkt. Und mein Engel sagt:

Ehrgeizig bist Du,
und Du hast Recht.
Ohne festen Willen
gibt es kein Gelingen.
Aber zwischendurch
lass auch einmal locker.
Kleine Pausen geben Dir neue Kraft,
und umso leichter fällt es Dir auch danach,
wieder ans Werk zu gehen!



Freunde zu haben ist ein wunderschönes Gefühl und zu wissen, dass sie Einem in schwachen Momenten Halt geben, in dem sie Mut zusprechen oder einfach nur zuhören - eben  immer ein bißchen da sind! Und das ich diese Freunde habe, dafür Danke ich!

Euch wünsche ich einen schönen Resttag.
Bis bald und einen lieben Gruß,

Eure Mar-S.




von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (1)    Trackback erstellen empfehlen
Dienstag, 25. märz 2008
Die Frauen besitzen die unnachahmliche Gabe,
ihren Gefühlen Ausdruck zu geben,
ohne deutliche Worte zu gebrauchen.
Ihre Beredsamkeit liegt vor Allem im Tonfall,
in der Gabe, in der Geste, in der Haltung und den Blicken...

aus  "Anwalt der Liebenden"
von Honoré de Balzac



Ist es tatsächlich so, dass wir über unsere Erscheinung mehr überbringen, als wir glauben? Ich frage mich das, weil ich in der jüngsten Vergangenheit immer wieder mit diesem Phänomen konfrontiert wurde.

Nehme ich ein jBeispiel der Gegenwart: Eine gute Freundin von mir lebte seit einiger Zeit getrennt von ihrem Freund, zahlte regelmäßig ihre Miete und kam auch sonst allen Pflichten immer pünklich nach. Eines Tages ergab es sich, dass sie anläßlich eines Beisammenseins unter Freunden jemanden kennen lernte, der sie ansprach, weil er sie interessant fand. Schließlich tauschten sie die Telefonnummern aus und ein wenig später verabredeten sie sich. Für sie war es ein ganz normales Treffen, ein Wiedersehen, eine Verabredung an dessen Ende vielleicht etwas mehr möglich wäre. Er aber hatte für diesen Tag bereits alles geplant. Er wußte genau, was er wollte. Nur kam es nicht so. Die Ereignisse warfen ihre Schatten voraus und letztich endete es so, dass keiner bekam, was er sich erhoffte. Nur warum? Warum ist es so, dass wir niemals den Dingen einfach ihren Lauf lassen können? Warum wollen wir mehr?

Ich sage an dieser Stelle gern: Frag nicht nach dem Warum. Es gibt keine Antwort darauf. Aber das ist leicht gesagt und schwer getan, denn Tatsache ist doch, dass niemand, der sich gern wieder jemandem anschließen würde, wirklich mit der Erkenntnis umzugehen weiß, dass es scheinbar nicht geht. Aber geht es wirklich nicht oder hindern uns nur unsere Erfahrungen daran? Dann hätte doch aber die Natur sicherlich einen Mechanismus eingebaut, der genau jene Auswertung - die Auswertung der Erfahrungen - möglich machte!? Dem ist aber nicht so! Wie die Unbelehrbaren rennen wir ein ums andere Mal in unser eigenes "Verderben"; beschweren wir uns auch zuweilen darüber, das andere nicht von unserer Erfahrung aus Erlebten zehren wollen; von eben jenen Freunden spreche ich, denen wir gern die ein oder andere Enttäuschung ersparen wollte, so scheint der Mensch in Bezug auf Beziehungsklisches unbelehrbar. "Achiwo, bei der/ dem ist das anders!", "Nöö, ich gebe Dir Recht, es könne sein, aber das macht er/sie nicht"..."meinte er/sie nicht so" - die Hoffnung besiegt die Vernungt. Nicht das es schlimm wäre, aber hinterher tut es genauso weh! Was man dann nicht braucht, ist ein Standpauke - sondern jemanden, der milde lacht, wenn er uns in den Arm nimmt und sagt: "siehste, hab ich Dir doch gleich gesagt!"

Aber es kommt auch vor, dass wir doch mal einen Rat annehmen, einen, der unter solcher vorgenannten Art von Freunden ebend stattfindet - ob nun bewußt oder unbewußt, denn manchmal sagen sie ja auch nichts und tun es nur und der Moment ist stark genug, dass wir aus anderer Tun etwas für unser Handeln mithnehmen.
Lustig wird es nun, wenn wir diese "neue" Erkenntnis - egal nun, wieso sie bei uns eintraf - umsetzen. Oh welch Entsetzen auf Seiten unserer Verführer. Sofort tun sich tausende neuer Möglichkeiten auf, wie wir es hätten anders interpretieren können, tausend andere Ideen, wie wir mit unseren Erlebnissen umgehen sollten. Komisch nur, dass am Ende des großen Feuerwerks wir dann doch wieder am Anfang unserer Gedanken ankommen...

Und da wir eigentlich in Allem was wir tun, weiter nichts als nach Harmonie streben, geben wir hie und da nach, lassen wir ab von Dingen, die wir bereits erkannten und leben mit der Hoffnung, dass sich eine andere Situation ergibt, in der wir unsere Wünsche und Träume mit Leben erfüllen dürfen.


Okay, Freunde, das war heute Teil meiner Gedanken
und vielleicht denke ich morgen ja wieder ganz anders,

Ich sage nun GUTE NACHT und hoffe sehr auf Eure Toleranz gegenüber  - vielleicht? - unausgereiften Gedanken!
Martha
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    Trackback erstellen empfehlen

Profil

Neueste Kommentare

Blog : Wissenschaft auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden