Donnerstag, 1. mai 2008

Mit sanftem Kick warf er das Büchlein zurück auf den Schreibtisch, als er sich erhob, um das Fenster zu öffnen. Die warme Morgenluft umhüllte ihn und er erstarrte fast, als Jutta das Büro betrat. Bewegungslos versuchte er sich mit einem Lächeln zu bedanken. 
„Ist alles in Ordnung?“, fragte sie fürsorglich.

Jutta Klein war eine agile, untersetzte Frau mittleren Alters, die in ihrer ganzen Körperhaltung ausdrückte, dass sie ihre Mitte gefunden hatte und ihren Job über die Maße genau dazu brauchte. Insgeheim ahnte sie bereits, als sie den Botendienst in der Früh gegenzeichnete, dass es etwas Besonderes mit Herrn Amadeus aus sich haben würde. Aber es war ihr Job, nichts zu hinterfragen, als vielmehr die Situationen zu erkennen und danach zu handeln. 

Maximilian nickte nur kurz und war spürbar erleichtert, als sie die Tür kommentarlos hinter sich schloss. 'Herrgott - Meta!' Er schloss die Augen und atmete tief durch. Er zog das Handy aus seiner Jackentasche und tippte aus dem Kopf ihre Nummer, zögerte dann aber, den grünen Hörer zu drücken. Eine mulmiges Gefühl kroch in ihm hoch: Was, wenn sie längst die Nummer gewechselt hatte. Es waren Monate vergangen, seit sie sich das Letzte Mal gesehen hatten. Und überhaupt, was sollte er sagen?

Er spürte an seinem Zittern, unter welcher Spannung er stand. Kurzer Hand beschloss er, sich für heute frei zu nehmen. Er fühlte sich außer Stande, auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können. Es war kaum acht Uhr an einem Montag mitten im Hochsommer. - wer nicht sowieso gerade Urlaub hatte, versuchte, das Wochenende so lange wie möglich auszudehnen. Solche Tage riefen förmlich danach, endlich mal Überstunden abzubummeln. Mit ein wenig Glück konnte er sich unerkannt vom Hof schleichen und niemand würde wissen, dass er heute überhaupt schon hier war. Jutta, darauf wusste er konnte er setzen, würde alle mit der Antwort konfrontieren, die er ihr vorgab.

 

<wird fortgesetzt>

von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Schwarze Schafe
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Kommentare

Und wie geht die Erzählung jetzt weiter?
Kommentarnr.: 1 Gepostet von: Winfried Schley (Website) am: 25.05.2008 06:48:07
Ich bin in der glücklichen Lage, dass gegenwärtig viele Aufträge auf Bearbeitung drängen und somit bleibt mir grad wenig Zeit, den blog zu pflegen (und an der Geschichte weiter zu schreiben). Einerseits leider, denn das Schreiben ist mir mein liebstes Hobby geworden - anderseits... bin ich sehr froh, dass sich meine Finanzen gerade mal ein bißchen erholen. Ist Geld auch nicht alles, so ist ohne Moos leider auch nicht viel los... :o)

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend
und sage: bis bald... lg Mar-S.
Antwort von: Martha Sommerfeld (Website) am: 25.05.2008 22:59:29

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