Samstag, 14. juni 2008
Seine frühe Kindheit verbracht er in einem kleinen Fischerdorf und er kannte wahrscheinlich alle Fischgerichte dieser Welt. An seinen Vater erinnerte er sich kaum. Er hatte, wie die meisten Männer des Dorfes, als Fischer gearbeitet. Als er fünf Jahre alt war,  griff eine große Flaute um sich. Nahezu alle Familien kämpften ums Überleben und die Fangmanöver wurden immer waghalsiger. An einem Morgen war sein Vater mit einigen Männern noch früher als sonst losgefahren, um noch weiter hinaus zu kommen. Sie ignorierten in ihrer Verzweiflung die Signale des sich ankündigenden Orkans und machten die Leinen los. Noch Tage nach dem Orkan ging er mit seiner Mutter hinunter zum Anlegeplatz und als der Winter einbrach, gab sie die Hoffnung um ihren Mann auf. Einige Jahre später hatte sie wieder geheiratet und sie zogen in die näher gelegene Hafenstadt. Mit seinem Stiefvater wurde er aber nie richtig warm; es war mehr ein Ertragen, als ein Vertragen. Dennoch verdankte er ihm einen passablen Schulabschluss und diverse Privilegien in den Ferien. Erst viel später relativierten sich für ihn die Umstände und er verstand die Entscheidung seiner Mutter, aus dem Fischerdorf fortzugehen, dass er so sehr liebte. Seine Ferien verbrachte er ausschließlich bei seinen Großeltern. Hier fing er seinen ersten Fisch und hier verliebte er sich in Gunda. Als sie ging, um zu studieren, wollte auch er nicht mehr dorthin zurück, überlegte - aber nicht sehr lange - was er tun könnte: Das Wasser hatte ihn schon immer fasziniert; Physik hatte ihn immer interessiert; Sein Vater war im Meer geblieben. Also wollte er Schiffe bauen! Große Schiffe! Sichere Schiffe! Und damit dann später Gunda erobern, seine große Liebe!

Aber in der Werft waren keine Stellen mehr frei und dieser Traum zerplatzte, wie eine Seifenblase. Kurz entschlossen heuerte er auf dem Frachter seines Stiefonkels an, um nicht betteln zu müssen. Darüber vergingen die Jahre und als dieser letztlich in den Ruhestand ging, hatte er die Geschäfte übernommen und kurzer Hand weiter geführt. Und er liebte was er tat... Er liebte es, die Basare zu durchqueren, das Werben und Heuern und Preisen, den Handel, den salzigen Geruch, der am Hafen die Luft prägte. Er liebte die sehnsüchtigen Klänge, die aus den Bars drangen, in die er selber kaum ging. Er liebte das Geklapper der Kähne, das Knarzen der Seile, das Pfeifen des Windes. Er liebte diese gesamte, verdammte Atmosphäre!

Mit den Jahren hatte er alle Meere mehrmals durchfahren, hatte viele Länder gesehen und bis heute freute er sich wie ein kleiner Junge, in fremden Häfen anzudocken. Eines Tages wollte er einen Hafen finden, an dem noch niemand war. Davon träumte er, wenn er träumte...

Seine Heimat hatte er vor Jahren das letzte Mal gesehen. Aber er tröstete sich mit den Erinnerungen. Die Marktplätze unterschieden sich zwar äußerlich, doch die  Geflogenheiten, die er aus dem heimatlichen Hafen mitgenommen hatte,  fand er an allen Orten dieser Welt: Das verzerrte Stimmengewirr im Wind, das hektische Treiben, das immergleiche Ticken,  das tief dröhnende Hupen der Schiffe, wenn sie den Hafen verließen. Der Geruch von Rauch, Fisch und Meer - das gab ihm seine Heimat. Seine Heimat war das Meer, die Häfen dieser Welt!

"Wir sind gleich da", tönte die Eule "mach dich bereit!" und riss ihn mit einem leichten Ruck aus seinen Gedanken. Er sah hinab und unter ihm bot sich ein faszinierendes Schauspiel. Voller Entzücken sah er auf  ein grün-türkieses Fleckchen Erde und ein zarter, hinreißender, eindringlicher Duft schlug ihm entgegen. Er war völlig benommen von diesem herrlichen Geruch. Er flog vorbei an weißen Stränden, durchzogen von üppiger Flora, sah Delphine in den Wellen spielen und am Ufer Farben funkeln, die er noch nie zuvor so gesehen hatte. 'Was ist das hier, wenn es kein Traum ist?' Er schüttelte den Kopf, als wolle er zur Besinnung kommen. Als er die Augen wieder öffnete, zog er in Kreisen weiter und weiter von dieser Insel fort - höher und höher und höher – gleichmäßig wie in einer Spirale.
"Hey, was ist los? Ich denke, wir landen?!", hörte er sich rufen. Doch die Eule antwortete ihm nicht. Sie war beim Anflug in eine Thermik geraten, breitete nur die Flügel aus und ließ sich langsam treiben, gefangen im Sog eines Luftstroms stiegen sie Meter um Meter, getragen vom Gefühl der Schwerelosigkeit,weiter hinauf, dem Rausch folgend und sie nahm ihn, Sir Käpt’n Jo, einfach mit... Er wollte sich gerade empören, doch dann ließ er sich fallen.  Die Insel unter ihm wurde kleiner, sein Blick verirrte  sich wieder in dem Blau des Ozeans und er fühlte sich frei, benommen von einem unbekannten Gefühl des Glücks ergab er sich dem Schicksal. Und er lachte schon wieder. Er jubelte, ja er schrie geradezu. Das gurgelnde Gefühl in seinem Bauch hämmerte ununterbrochen in ihm.
"Aaaaaaaaaaaaaaaaaaah...!"

Er ließ die Füße fallen, hielt sich mit den Händen am Revers seiner Jacke fest und senkte seinen Kopf weit nach hinten. Über sich sah er die Eule, die völlig lautlos ihren Flug genoss. Er gab es auf, darüber nachzudenken, was hier eigentlich geschah. Er gluckste vor Amüsiertheit, fühlte wie der Wind unter ihm seine Beine verwirbelte, fühlte ein Kitzeln und Krabbeln am ganzen Körper. Er dachte nicht mehr daran, wieso er erlebte, was er erlebte. Selbst an die Eule dachte er nicht mehr. Er ergab sich dem Hochgefühl, dankte dem Mojito und wünschte sich, dass es nie nie nie endete.  Er ahnte nur, dass es nicht der Drink war, doch wissen wollte er es nicht.  Er ließ sich treiben und fühlte sich zum ersten Mal so frei wie nie!

Die Eule sah herab, lächelte und für ihn unmerklich setzte sie zur Landung an.
"Ja! So ist es schon besser!", feixte sie.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Schwarze Schafe
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Freitag, 13. juni 2008
Meta trat hinaus in die Nacht und ließ Robert mit seinem Willen zurück. Es duftete herrlich nach frischem Heu und sie ging hinunter zum See. In den seichten Wellen spiegelte sich das Mondlicht. Der Himmel war von Sternen übersät und sie umgab eine märchenhafte Stille. Meta verkroch sich auf Nachbars Bootssteg und verspürte kein Verlangen, ihren Standort zu wechseln an diesem lauen Sommerabend. Robert jedenfalls würde sie nicht vermissen, soviel war sicher. Denn Robert war Spieler. Nicht im hausgebräuchlichen Sinn, wie sie es war  oder viele ihrer Freunde.
Nein!
Er zockte – er zockte tatsächlich ums große Geld; um seine Firma, seine Existenz und schließlich somit auch um ihre. Das Glück war ihm hold gesonnen, solange er nichts zu erzwingen brauchte. Aber es häuften sich die Tage, an denen es Verzweiflungstaten wurden – natürlich ohne Erfolg! Das Schlimmste aber daran war, dass er es verleugnete, schlichtweg bestritt. Er war süchtig! Es würde immer wieder einen Grund geben, warum er es versuchen wollte. Und er würde immer bemüht sein, das Risiko herunterspielen und nicht verstehen können, dass Außenstehende – wie sie mittlerweile Eine war - diesem Glauben nicht folgen konnten. Vor Allem aber, und das war das Aussichtslose für die Zukunft, würden alle normalen Ideen keinen Anklang finden. Zu müßig erschien der Weg...

Der Wind frischte kurz auf und ein kühler Luftzug streifte ihre Haut. Wie verzaubert stierte sie ins Wasser. Vor einer Woche hatte sie auch abends am Wasser gesessen, nur in Bremen an der Weser. Sie lehnte sich ans Geländer und schloss die Augen. Aus der Ferne zog das tiefe Dröhnen eines Frachters durch die Nacht.

Die Wellen schlugen gegen die Uferbefestigung, als sich das Schiff langsam an ihr vorbei schob. Bordgeräusche drangen bis zu ihr herüber und mit matter Stimmer flüsterte sie: "Bitte, nehmt mich mit..." Ihre Glieder wurden warm und plötzlich sah sie, wie der Frachter auf den Wellen des Meeres ankerte. Käpt'n Jo verzog sich auf sein Deck und flegelte sich in seinen Liegestuhl. Tausend Gedanken durchkreuzten ihn, keinem vorbehalten, ihn wirklich zu verfolgen. Er genoss es, so zu schwelgen, genoss die warme Nachmittagssonne, das seichte Plätschern der Wellen, die sich am Bug brachen und das Kreischen der Möwen, die mit ihnen reisten. Dieser Tag voller Ruhe gehörte ihm und er ließ sich treiben. Sein Blick verlor sich am Horizont.

Mit einem Mal wirbelte in der Ferne ein kleiner, brauner Punkt durch die Luft, der sich langsam auf ihn zu bewegte. 'Was zum Kuckuck ist das denn', durchfuhr es ihn, nun auch noch sehr stark von einem hellen Licht geblendet. Das Surren wurde lauter und kam in großer Geschwindigkeit auf ihn zu. Es wurde immer lauter, kräftiger und plötzlich  - saß eine kleine Eule auf seinem Schoß.

"Ich bin gekommen, um dich ins Land der Funny Sundays zu holen", sagte die Eule völlig außer Atem und deutete mit einem Flügel auf sein Glas. "Ich bin weit geflogen und sehr durstig.  Darf ich mir einen kleinen Schluck nehmen?" Käpt’n Jo rieb sich die Augen. Träumte er? Vor ihm saß eine sprechende Eule, ein so zartes Geschöpf an einem sonnigen Nachmittag  inmitten der Weiten des Ozeans. Verstohlen blickte er sich um, bevor er antwortete: "Ja, sicher, trink nur soviel du möchtest."
Der Liebreiz dieses possierlichen Tierchens hatte ihn bereits verzaubert und er hoffte nur insgeheim, dass ihn niemand an Bord mit einem Tier reden hörte ... und er schwor sich, dass dies der letzte Mojito in seinem Leben gewesen war! Ganz sicher! Er räusperte sich und setzte sich auf.

"Das tut gut", sprach die Eule weiter, nachdem sie das Glas fast in einem Zug geleert hatte. Sie drückte ihn zurück in die Lehne und fuhr fort: "Keine Angst, du bist nicht verrückt. Funny Sunday Island ist die Insel der sich erfüllenden Wünsche. Sie ist in keiner Karte verzeichnet. Nur meine Gebieterin entscheidet, wer unsere Insel betreten darf. Eure Route verfolgt sie schon seit einigen Wochen und möchte euch gern eine Audienz gewähren. Seid ihr bereit mir zu folgen?"
Den alten Seebären durchzuckte ein warmes Gurgeln, das im Magen begann und sich auf alle Körperteile auszudehnen schien. Er fühlte sich wohl, aber wie gelähmt und sah die Eule mit durchdringendem Blick an. Während er sich noch einmal umdrehte, hob es ihn, wie von Geisterhand getragen, aus seinem Stuhl. Kleiner und kleiner wurde das Schiff und er sah das Meer aus einer ganz anderen Sicht. Die Eule hatte ihn am Kragen gepackt und trug ihn mit sich.
'Was geschieht hier?' Er wollte die Hände heben, um sich erneut die Augen zu reiben, doch der Wind drückte so stark gegen seinen Körper, dass er sie kaum bewegen konnte. Er begann zu lachen und grölte aus voller Kraftt. Das Echo hallte aus den Wellen wieder, verband sich mit dem Wind und drang als kräftiges Trommeln an sein Ohr zurück.  Es klang wie Salsa oder war es - Reggae?
Dadadadadadadidadadidadadidaada ...
Er verlor das Gefühl für Zeit und Raum und verschwand in seinen Erinnerungen.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Schwarze Schafe
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Freitag, 13. juni 2008

Wenn Dein Weg sich gabelt,

weiß Dein Herz die Richtung!
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate
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Mittwoch, 11. juni 2008
Ich fühlte viel
und gab Dir, was ich fühlte.

Du nahmst - was kam
und fühltest nur die Hälfte.

Lust?
Hoffnung?
Liebe?
Sehnsucht?

Leidenschaft?
Angst?
Verzweiflung?
Zorn?

Als wahre Gründe
brannten sich
die Fragen
wie ein Dorn
in die Mitte unsrer Herzen.

Wir lenkten
fortan
unsre Schritte
nun
dem Abgrund zu.

Gesprungen aber
bist zuletzt
nicht nur Du...

Mar-S.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Gedichte Community: Gedichte
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Montag, 9. juni 2008
Martina Navratilova hat mal gesagt:

Um die Beste zu sein, kommt es nicht darauf an,
wie gut Du bist, wenn Du gut spielst,
sondern wie gut Du bist, wenn du schlecht spielst..


Ich finde, dass lässt sich hervorragend ins eigene Leben portieren, nicht, weil man sich ständig beweisen will oder muss, sondern weil es aussagt, dass man immer an den eigene, bekannten Schwachpunkten arbeiten sollte und so noch mehr seinen Charakter festigt.Das erhöht deutlich die Lebensfreude...

Gute Nacht,
Eure Mar-S.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate
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Sonntag, 8. juni 2008
Willst du das Leben recht verstehn,
Mußt du's nicht nur von vorn besehn.

Von vorn betrachtet, sieht ein Haus
Meist besser als von hinten aus.

- Wilhelm Busch -
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate Community: Gedichte
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Freitag, 6. juni 2008
Den Meister unterscheidet vom Anfänger
nicht das Ideenpotential, sondern die Erfahrung!

Hierzu am Weekend einige Gedanken...
Einstweilen einen guten Start ins Wochenende,

bis bald, Mar-S.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
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Freitag, 6. juni 2008

Das ist ein schönes, deutsches Wort, so schön, dass man es nicht einmal ins Französische übersetzen kann. »Proprement dit« ... nein, »eigentlich« ist überhaupt kein Wort. Das ist eine Lebensauffassung.

Da leben die Leute in ihren Vierzimmerwohnungen und verdienen elfhundertundsiebenunddreißig Mark im Monat, und haben eine Frau und zwei Kinder (oder umgekehrt), und fahren jeden Tag mit der Untergrundbahn ... aber »eigentlich« sind sie ganz etwas anders. Dichter zum Beispiel, für die das äußere Leben nur provisorisch vorhanden ist, bis sie eines Tages einsehen, dass dieses Provisorium alles war, und dass nichts mehr danach kommt ... und Prominente sind sie in irgendeiner Kunst, Beamte, Politiker; sie gehen, nennt man das, in ihrem Beruf auf – kurz: »eigentlich« sind sie alle ganz etwas anders. Man sieht es ihnen gar nicht an, das Eigentliche.

Es wimmelt von verkappten Königen, die inkognito leben. Vielleicht braucht jeder diesen kleinen Privatstolz, sonst könnte er es ja wohl nicht durchstehen; vielleicht muß diese Bezugnahme auf einen tieferen, oft nur vermeintlichen Wert dasein, man könnte sonst nicht leben. Es gibt so viel Verhinderte ...

Da sind die »Nur-Journalisten«, die »eigentlich« Dichter sind, so große lyrische Dichter, dass Stefan George von Glück sagen kann; »eigentliche« Musiker gibt es zu Hunderttausenden, es ist ein Glück, dass uns die meisten erspart bleiben. Es kommt aber, wenns soweit ist, gar nicht auf das Eigentliche an.

»Eigentlich« haben die Richter ihn freisprechen wollen, aber dann haben sie ihn doch verurteilt ... und nun sitzt er im Gefängnis und kann mit dem Eigentlichen nicht viel beginnen. »Eigentlich« sollte er Privatdozent werden, aber er ist dann doch in die Industrie gegangen. Eigentlich bin ich ja ein Freidenker, aber wenn meine Schwiegermutter will, dass wir uns kirchlich trauen lassen ... ? Eigentlich müßte man sich diesen Wucher nicht gefallen lassen, aber wir zahlen dann doch.

Und eigentlich sind wir ja dem Arbeitgeber, der uns bedrückt, tausendfach überlegen, und wir spotten seiner und sind so feine Herren ... Und eigentlich sind wir überhaupt ganz anders, als man glauben könnte, wenn man uns so leben sieht. Wonach es aber nicht geht.

Sondern es geht nach dem Erfolg und nach der Wirklichkeit. Und es ist ein schöner und gefährlicher deutscher Traum, die Realität zu ignorieren, und im Wunschland zu leben, wo es nichts kostet und wo alles glatt und hemmungsfrei zugeht. So fliehen sie – und bleiben auf derselben Stelle.

Und so leben eigentlich viele Leute mit dem Kopf in den höheren Schichten und spielen sich ein Dasein vor, das sie gar nicht führen, obgleich sie es führen – und eigentlich sind sie auch gar keine mondänen Sportsleute, sondern geborener Mittelstand, der aus den Pantinen gekippt ist. Es gibt ein Ding, das es deutlicher zeigt als alles andere: das ist die Fassadenarchitektur, die nicht immer klassizistisch oder barock sein muß – falsche Intimität, falscher Reichtum und falsches Silber tuns auch. Ja, es gibt sogar falsche Ornamentlosigkeit ...

Ein merkwürdiges Wechselspiel: mal ist das zugrunde liegende »Eigentliche« unwahr, und mal stimmt die Oberfläche nicht ... Weil aber keiner ganz er selber ist, so bleibt immer ein kleines »Eigentlich« übrig, auf das er sich, bei Bedarf, zurückziehen kann. Denn was wollen sie eigentlich alle –? Proprement dit: das Glück.

 

von Kurt Tucholsky, 1928


von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Lerne Lachen ohne zu weinen
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Freitag, 30. mai 2008
Man muss diese Welt nicht verstehen,
man muss sich in ihr zurecht finden.

Albert Einstein
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate
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Dienstag, 27. mai 2008
Grundbedeutung: Um zu wissen, muss man sehen.

Die Eule ist ein Geschöpf der Nacht und wurde symbolisch mit Weisheit assoziiert, weil sie sehen kann, was andere nicht sehen können. Sie ist der einzige Vogel, der völlig lautlos fliegt. Die Eule steht symbolisch für Scharfblick und Urteilsvermögen und für die Notwendigkeit, sich vor Täuschung zu hüten.

Als Krafttier ermuntert uns die Eule zur Entwicklung unserer intuitiven Fähigkeiten und inneren Sinne und zur Suche nach einem Wissen, das den meisten Menschen verborgen bleibt. Sie ist eine Beschützerin und hilft uns, die Motive und Absichten anderer schneller zu erkennen, vor allem die jener Menschen, die uns zu betrügen oder irgendwie zu übervorteilen suchen.

Auch verhilft sie uns zur Erkenntnis, daß es in unserem Wesen eine dunkle Seite gibt, die wir nicht ignorieren oder unterdrücken sollten. Wir müssen die Existenz dieser Seite erkennen, um mit ihr umgehen zu können.

 


von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
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