Samstag, 5. juli 2008















Um zur Quelle zu gelangen,
muss man gegen den Strom schwimmen.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate
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Donnerstag, 3. juli 2008
Liebe Freunde,

von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Alltägliches
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Mittwoch, 2. juli 2008
Glühwürmchen tanzen über'm Feld
irgendwo fern ein Hund  der bellt

Ich liege im Gras
und seh in die Sterne

am Wegesrand schimmert matt eine Laterne

Ruhe!
Endlos viel davon...
Kein Tatütata

hämmert über den Beton

Ich denke nichts
und doch so Vieles
denk an dies
oder das
oder Dich?
ich weiß es nicht!

Solange Du nicht fragst:
Könnte ich's sein?
Weiß ich nur eins -
Dies' Leben - das ist Mein!

Mar-S.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Gedichte Community: Gedichte
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Freitag, 27. juni 2008
Ein Lächeln
ist immer noch die beste Art
seinem (unliebsamen) Gegenüber
die Zähne zu zeigen..
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate
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Dienstag, 24. juni 2008
Liebe Freunde,
ich bin verliebt
und das ist das Schönste
was es gibt.

Die Welt ist bunter,
der Himmel blauer,
die Sonne  wärmer,
das Leben schöner.

Mancher Gedanke:
"Wieso  ich?"
Dann drehe ich mich um
und frag: "Wieso nicht!?"

Wenn' wahr,
dass man bekommt stets
was man gibt,
dann wird der Liebende
geliebt...

Drum, liebe Freunde,
ich nehms gelassen
ich kann die Liebe
einfach nicht hassen.

Das Leben nimmt,
das Leben gibt.
Doch schön ist's zu wissen:
Ich werde geliebt!

Mar-S.



von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Gedichte Community: Gedichte
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Donnerstag, 19. juni 2008




    Lieber eine Hütte,
    in der gelacht wird,
    als ein Palast
    in dem man weint!


von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate
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Mittwoch, 18. juni 2008

Der Wurm muss dem Fisch schmecken,

nicht dem Angler.

Deutsches Sprichwort
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate
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Dienstag, 17. juni 2008

Wer vom Ziel nichts weiß,

kann den Weg nicht haben.

Christian Morgenstern
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Unkommentierte Zitate
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Montag, 16. juni 2008
Er verweilte noch einen Moment, als eine alte Frau seinen Weg kreuzte: "Junger Mann, können sie mir kurz mit den Taschen helfen? Bitte?!"
'Na das nenn ich Gegensätze', dachte er und lachte.
"Klar doch!", hörte er sich antworten und sprang zu ihr herüber, irgendwie froh, etwas tun zu können. Er verlud die Taschen in eine alte Limousine: "Darf ich fragen, wohin die Reise geht?" Ihre Augen strahlten eine Wärme aus, die er nie zuvor gesehen hatte, die ihn aber auf wundersame Weise an seine Großmutter erinnerten.
"Sie sind noch nicht sehr lange hier, nicht wahr, mein Sohn?"
 "Nein. Ich glaube ich bin gestern hier gelandet."
"Achja! Gestern also!"
Sie lächelte milde, scheinbar wissend,  "...sie werden hier Antworten finden, suchen sie sie nicht!"
Verwundert sah er die Alte an. 'Woher weiß sie, was ich denke?' und er steuerte gegen: "Aber wovon soll ich hier leben? Ich bin Seemann, wissen Sie. Aber ich habe mein Schiff verloren.  Ich weiß noch nicht genau, wie, aber ich nehme an, ich habe Schiffbruch erlitten.  Und etwas anderes als Handel betreiben, kann ich nicht."
"Das können Sie ganz sicher, junger Mann!"
Ihr Blick wandte sich ab und richtete sich nun an den Chauffeur, dem sie mit einem Zwinkern bedeutete, ohne sie loszufahren.
"Wie, wissen Sie, wo mein Schiff ist?"
Sie blieb stehen und musterte ihn mit herzlichem Blick. "Kommen Sie, wir gehen ein Stück gemeinsam."

Er verstaute den Pensionsschlüssel in seiner Hosentasche. Jo war nicht sicher, was hier geschah, aber für einen Traum war es eindeutig zu lange. Er bot der alten Dame seinen Arm an und spürte schon wieder ihren forschenden Blick, so als ob sie überlegte, wie viel sie ihm anvertrauen durfte.
"Sagen Sie mir eins", schoss er los. "Bin ich tot?"
"Fühlst du dich denn so, mein Sohn?"
"Nein, eigentlich nicht", murmelte er, "aber es ist alles so ungewöhnlich hier. Ich bin ein sehr bodenständiger Mensch, wissen Sie. Ich kenne viele Orte, aber so unsicher habe ich mich noch nie gefühlt.  Und irgendwie scheinen hier alle Menschen auch ganz herzlich zu sein; aber wo ich hier bin, wovon ich leben kann,  weshalb ich hier bin, das sagt mir niemand."
"Das ist so sicher nicht ganz richtig."
Er sah sie an. "Sie meinen…?"
Plump überwand er seine Scheu darüber zu sprechen.
"Richtig! Wir alle kamen so."
"... die Eule?!", hörte er sich den Satz beenden.
Sie lachte. "Ja,... vielleicht war es eine Eule- vielleicht ein Drachen, ein Bild, ein Stern..."
"Ich kam gestern. Also ich vermute, dass  es gestern war, mit ihr, dieser Eule, hierher. Aber nun ist sie fort."
Er ahnte seine Chance auf eine Antwort und er wollte sie. Schließlich überwand er seine ganze Benommenheit. Wahrscheinlich würde er diese alte Dame nie wieder sehen, was also tat es zur Sache, ob er sich ihr gegenüber öffnete.
"Das ist sie ganz sicher nicht, mein Sohn. Sie hat dich gefunden und sie ist dir nahe, da bin ich sicher."
"Aber warum kann ich sie nicht sehen, warum bekomme ich keine Antworten auf meine Fragen? Was tue ich hier? Warum will ich nicht weg und fühle mich aber doch so unsicher?"
"Wenn dein Weg sich gabelt, weiß dein Herz die Richtung. Danach leben alle hier. Frage nie warum? Es gibt keine Antwort. Die Antworten auf all deine Fragen sind in dir. Die Antwort bist du!"

Scheinbar aus dem Nichts hielt vor ihnen ein Auto. Es war dasselbe, in welchem er die Taschen verstaut hatte. 'Warum hat das eigentlich nicht der Chauffeur getan?'. Grübelnd sah er der alten Dame beim Einsteigen zu und so unmerklich, wie sie gekommen war, war sie auch wieder verschwunden.
Die Hände tief in seinen Taschen vergrabend, senkte er den Blick und trottete den Weg allein zurück. '...die Antwort bist du!'  Er verspürte den Wunsch, aufwachen zu wollen!

Ziellos lief er die Straßen entlang und landete schließlich an einer kleinen Bucht, wo er sich niederließ und auf die Wellen starrte. Der erste Rausch war verflogen. Und nun? 'Wie spät ist es wohl?' Er verspürte eine starke Sehnsucht nach seinem Schiff, seinem Gefolge,  seinem vertrauten Tagesablauf. Das Wasser umspülte seine Füße und Stimmen drangen aus der Ferne an sein Ohr. Er schlief ein...

Ein lautes Hämmern riss ihn jäh aus seinem Schlaf. Wo kam das her? Um ihn herum war es dunkel und ein leichtes Schaukeln bewegte seine Umgebung. "Käpt’n, Sir? Darf ich eintreten?"

pock pock pock

"Ja, Anton. Treten Sie nur ein.", hallte seine Stimme durch die Kajüte.
Jo lag auf seinem Bett und vor seinem Fenster flog der Himmel vorbei. Benommen richtete er sich auf. 'Was für ein merkwürdiger Traum...' Schlaff lagen seine Arme auf der Bettdecke, als Anton eintrat.
"Sir, fühlen Sie sich nicht wohl, Sir?", eröffnete der Erste Offizier das Gespräch.
"Anton, wie lange kennen uns?"
"Sir, fast auf den Tag genau sind es nun gleich acht Jahre, Sir."
"Wie spät ist es?", fragte er betonungslos. 'Was ist denn mit mir los?'
In diesem Moment machte sich ein mulmiges Gefühl in seiner Magenhöhle breit. 'Wie lange habe ich geschlafen?' "Welchen Tag haben wir, Anton?"  Er stellte die Frage, ohne die erste Antwort abzuwarten. "Es ist Montag, Sir und die Mannschaft ist versammelt zum Morgenappell. Ist alles in Ordnung, Sir?"
Jo blickte ihn mit müden Augen an. "Anton, es ist schön Sie zu sehen. Bitte übernehmen Sie heute den Appell. Ich muss wohl gestern etwas Falsches gegessen haben, mir geht es nicht so gut heute."
"Jawohl Sir, gute Besserung, Sir."
Anton schickte sich an abzudrehen. In all den Jahren war dies der erste Tag, an dem ihm sein Chef so begegnete.
"Anton!"
Jo blickte ihn hilflos an. "Darf ich Ihnen eine persönliche Frage stellen?"
Anton wusste nun, dass dies kein gewöhnlicher Tag war. "Gern Sir."
"Wann haben wir uns das letzte Mal gesehen?"
"Gestern morgen, Sir"
"Danke, Anton!"

Erleichtert ging er auf’s Deck und atmete tief die frische Seeluft ein. Was für ein Traum!
Wie befreit streckte er die Arme in die Luft, gähnte ausgiebig und schickte sich an,  die Arbeit aufzunehmen, als ihm plötzlich ein süßlicher Duft in die Nase krabbelte. Er drehte sich um. 'Die Insel!' schoss es ihm durch den Kopf. 'Nein, nein, nein!' Lachend schüttelte er den Kopf. "Jetzt ist es genug!"  Er ließ seinen Blick beim Zurückgehen noch einmal schweifen und erstarrte wie gebannt in seiner Bewegung. Neben ihm stand der Lehnstuhl und auf ihm saß die Eule, die ihn gestern entführt hatte...  Ein warmes Glücksgefühl durchzuckte ihn. Am liebsten hätte er sie gestreichelt, tat es aber nicht. "Soso, du bist also immer in meiner Nähe!", hauchte er und dachte an die Worte alte Dame in seinem Traum. Heute scheinen sich Traum und Wirklichkeit zu vermengen. 'Auch gut!', huschte es durch seine Gedanken und ein Grinsen überzog sein Gesicht.  "Das kann ja was geben!"

Entspannt atmete er noch einmal tief durch, fühlte sich mit einem Mal unerklärlich gut ausgeruht und voller Energie, als er die Hände in den Hosentaschen versenkte, um den Weg zur Brücke anzutreten. Und abermals hielt er inne. In seiner Hand fühlte er die Schlüssel. Er umklammerte sie und ihm war, als hörte er ihre Stimme in der Ferne. Ein dumpfes Poltern riss ihn aus seinen Erinnerungen und er spürte  eine raue Zunge an seinem Unterarm. Etwas Warmes drückte sich gegen ihn… Ist das ein Hund? Er fühlte deutlich das Fell an den Fingern. 'Wo kommt denn auf einmal ein Hund her?' Eine feuchte Nasenspitze stupste gegen sein Gesicht. Er drehte sich um...

Und Meta öffnete die Augen. Neben ihr saß ihre haarige Freundin Lizzy. Auf ihrer nächtlichen Tour hatte sie sie natürlich gefunden. Schlaftrunken umklammerte sie das Tier und einige Zeit verging, bevor sie aufstand. Die Dunkelheit verschluckte den Klang ihrer Schritte. Matt schimmerte das Licht aus Roberts Büro. Sie lehnte sich an die Wand der Garage und beobachtete fassungslos sein Treiben.  Es war ein Uhr nachts und sie war müde. Robert  unterbrach sein Spiel nicht, als sie sich verabschiedete. „Machst du noch lange?“, fragte sie kraftlos. Er raunte nur:  „Nein, nein...“, während er weiter mit einem virtuellen Gefährt über den Bildschirm raste, „ist aber das letzte Rennen für heute. Ich komme auch gleich.“ Sie drückte ihm ihre Wange an seine, zog die Hand von seiner Schulter und ging nach oben. Lizzy trottete ihr hinterher.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Schwarze Schafe
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Sonntag, 15. juni 2008
Jo erwachte von dem sandigen Gefühl zwischen den Fingern. Er setze sich auf und versuchte sich zu orientieren. Sie Sonne schien herzlich auf ihn herab. Rhythmische Klänge drangen aus der Ferne an sein Ohr. Es war Musik, die er kannte.  Doch als er sich umsah, prägten Sand, Steine, und angespülte Muscheln seine Umgebung.
'Woher kommt die Musik? Gab es gestern noch Sturm? Nein, es war doch ein sehr ruhiger, sonniger Tag gewesen?...' Er stand auf und klopfte sich den Sand aus den Sachen. In seinem Kragen fand er eine weiche, helle Feder, bestaunte sie unsicher und vergrub sie in seiner Hosentasche. 'Die Eule! Richtig, da war diese kleine Eule...' Nach Erinnerungen suchend stapfte er ziellos durch den Sand am Ufer entlang.Motorisch zog es ihn weiter der Musik entgegen.
Ihn überkam ein Schmunzeln, 'Ich träume, das ist sicher, aber diese Art von Traum ist abgefahren, Neu!'
Er ertappte sich dabei, nicht aufwachen zu wollen und trottete weiter durch den Sand, immer weiter einer unbekannten Gesellschaft entgegen. In allen Häfen dieser Welt, war er immer vorsichtig gewesen, egal wie oft er bereits dort verhandelt hatte, egal, ob er glaubte alle Geflogenheiten zu kennen. Doch hier setzte er unbeirrt seinen Weg fort. Er wusste, dass er nichts zu befürchten hatte, aber woher er diese Sicherheit  nahm , war ihm selber unerklärlich.

Die Musik wurde lauter, ein pulsierender Rhythmus vermischte sich mit markanten Stimmen, deren Texte er nicht verstand, jedoch deren Intensität, deren Kraft in ihm die Abenteuerlust weckte. Er war gepackt vom dem Verlangen nach Freiheit.

'Funny Sunday, die Insel der sich erfüllenden Wünsche', so hatte es ihm die Eule vorgestellt und er war ihr, der Eule, aus Neugier und Zeitüberfluss gefolgt, hatte sich nicht einmal gewährt. Und nun?  Nun war er hier, in einer fremden Welt. Allein! 'Warum fühle ich mich nicht schlecht? Warum will ich gar nicht weg?'
Er ließ sich rücklings in den Sand fallen und suchte nach Steinen, um mit ihnen nach den Wellen zu werfen. Er dachte zurück an die Tage, die er so gerne verdrängte. Die Stunden vergingen. Der Tag neigte sich dem Ende und langsam versank die Sonne im endlosen Meer. Unter all dem hatte er noch nicht einmal Hunger, aber er verspürte Durst. Der Wunsch nach einem kalten Wasser trieb ihn auf und er beschloss, morgen einen Plan zu entwerfen, wie es hier weiter geht und so mischte sich unter die wogende Menschenmenge. Niemand schien zu bemerken, dass er fremd war. Er trank, lachte, kostete von unbekannten Speisen, tanzte, trank, ganz sicher nicht nur Wasser. Aber es beglückte ihn, trug ihn - hinaus in die Nacht...

Benommen vom Trubel der Ereignisse kam er zu sich. Er massierte seinen Nacken, streckte die Glieder. 'Welch Rausch das hier auch ist, er hat es in sich.' Die Sonne stieg über den Horizont und ließ die Stände, die ihn gestern so schillernd verführt hatten,  in einem viel schlichteren Kleid erscheinen. Doch sie waren noch immer schön. Das Leben schlief. Der Boden war hart und eine leichte Brise zog über das Land.

'Ich brauche ein Hotel oder was immer es hier gibt!' Geprägt von seiner Idee durchforstete er im Morgengraun die Straßen der schlafenden Stadt. Die Luft war  durchzogen von diesem lieblichen Duft, der ihm hier ständig begegnete.!

"Mögen Sie vielleicht einen Kaffee?", fragte eine freundliche Stimme in seinen Rücken.
Er drehte sich um. "Oh, das ist sehr freundlich."
Und überrascht fügte er noch hinzu: "Sie sprechen meine Sprache?"
Sie schmunzelte, während er sich über seine spürbare Unsicherheit ärgerte. Schließlich schenkte sie ihm einen Becher ein. "Milch, Zucker?", frage sie.
"Ja gern." Er räusperte sich verlegen: "Ähm…- gern Milch, Danke!"
"Wenn sie möchten, können sie erstmal hier bleiben. Wann sind sie gelandet?"
'Gelandet!' Wie ein Messerstich bohrten sich die Erinnerungen in seine Gedanken. 'Richtig! Ich bin geflogen, diese Eule und ich... aber WANN kam ich hierher?'
Irritiert sah er sich um. Er räusperte sich erneut.
"… ja sehr gern, das ist sehr freundlich, aber ich habe nichts, ähm… um mich bei Ihnen zu revanchieren."
"Keine Sorge, das wird sich ergeben!"
Ihr Lächeln überbot den Sonnenaufgang und es war lange her, dass er einer Frau sofort so verfallen war. Seine Knie schienen zu schmelzen und mitunter spürte er das unbedingte Verlangen, besser zu schweigen, als etwas Falsches zu sagen. 'Diese Insel, wo immer ich bin, fängt an, mir richtig zu gefallen!'

Sie saßen auf dem Treppenabsatz und plauderten über Gott und die Welt. Anfangs hatte er ihr geantwortet. Je länger er jedoch neben ihr saß, desto mehr faszinierte ihn ihre Art des Plädoyers, ihre Art, über die Dinge zu philosophieren. Er versank in ihren Worten, genoss, wie sie ihre Lippen bewegte, wie sie die Sätze mit den Händen untermalte, wie sie sprach. So offen und doch überhaupt nicht aufdringlich. Plötzlich schaute sie auf die Uhr: "Oh, ist es schon so spät? Ich muss los. Kommen Sie, ich zeige Ihnen das Zimmer und wo Sie sich waschen können."
Sie standen auf und er war bemüht, die Haltung zu wahren. Das alles hier war aufregend und schön und so plötzlich beendet. Es gab so vieles, was er hätte sagen wollen und nun wusste er noch nicht einmal, wer sie war und ob er sie je wieder sehen würde. Aber er wollte den ersten Eindruck nicht mit Aufdringlichkeit beenden.

'Blöde Frage, diese Insel ist so klein, sicherlich wirst du sie wieder sehen!' hackte sein Teufelchen auf ihn ein. ‚Sie vermietet dir gerade ein Zimmer!’
'Ich würde da ja nicht so sicher sein!', hielt das Engelchen dagegen.
'OK, ich lebe noch! Soviel ist sicher! Euch zwei habe ich richtig vermisst in den letzten Stunden!' Kopfschüttelnd folgte er ihr, antwortete beiläufig, bemerkte nicht ihre amüsierten Blicke, bevor sie zum Abschied sagte: "...und das hier ist ihr Schlüssel. Der Breite ist für die Außentür, der Kleine für das Zimmer." Sie versenkte einen Hauch von Kuss an seinem Ohr und stieg in Ihren Pickup.

Verlegen rieb er sich mit der Hand am Kopf und sah ihr nach."Was muss ich zahlen, was kostet das Zimmer?!", stammelte er ihr nach, stolperte fast über die Stufen, beim Versuch ihr nachzulaufen. Doch sie fuhr los, ohne eine Antwort, wahrscheinlich ohne ihn zu hören.
von Martha Sommerfeld veröffentlicht in: Schwarze Schafe
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